Schlegelsberg - das Dorf der Krautgartenstraße

Schlegelsberg von Westen

Bekanntlich soll man ja die Kirche im Dorf lassen, was - wie man im obigen Foto sieht - in Schlegelsberg der Fall ist. Die Kirche ist auch - wie es sich gehört - das höchste Gebäude und dadurch weithin sichtbar. Die erste Erwähnung einer Kirche in Schlegelsberg stammt übrigens schon aus dem Jahr 1167. Der heutige Bau dürfte im Grunde auf das 15. Jahrhundert zurück gehen, also 200 Jahre vor dem 30-jährigen Krieg, der in Memmingen mit dem Wallensteinfest gefeiert wird (Wallenstein war 1630 in Memmingen)!

Hinweise aus dem Kloster Ottobeuren deuten darauf hin, dass bereits vor dem Jahre 950 in der Gemarkung Schlegelsberg, nämlich im heutigen Weiler Knaus, Siedlungen entstanden sind. Man vergleiche damit einmal die Gründungsdaten z. B. von Memmingen (1128) oder München (1158)!

Direkt daneben: das zweithöchste Bauwerk ist die ehemalige Schule (erbaut 1907) - ein deutliches Zeichen dafür, dass die Ausbildung der Kinder schon damals im wahrsten Sinne des Wortes "groß" geschrieben wurde.

Aus der Nähe betrachtet: die kleine, fast gemütliche Kirche, die wirklich noch mitten im Dorf steht:

Gemütliche Kirche   Kirche im Dorf

Aber schließlich muss man nicht nur Geist und Seele laben, auch der Leib will mal was haben! Noch "mittiger" als die Kirche steht im Dorf das Gasthaus zur Krone, was ja auch sehr vernünftig ist - essen und trinken muss man im allgemeinen täglich, in die Kirche geht man meistens nur am Sonntag, auch wenn der Papst ein Bayer  ist  war.

Der wahre Mittelpunkt!   Gasthaus zur Krone

Auch dieses Gasthaus kann auf eine stolze Geschichte zurück blicken: schon 1521 wird die "Tafern" urkundlich erwähnt (nur 29 Jahre zuvor hatte ein gewisser Kolumbus Amerika entdeckt, erst 68 Jahre danach wird in München das weltberühmte Hofbräuhaus gegründet, der Dreißigjährige Krieg überzog Europa etwa 100 Jahre später!). Hermann Immerz erklärt in seiner Schlegelsberger Chronik: "Als Tafern gelten Gastwirtschaften mit Speisung und Herberge, im Gegensatz zur Schänke, die nur Getränke verabreichte". Genauso ist es bis heute geblieben: in der "Krone" erwartet den Gast eine umfangreiche gut sortierte Speisenkarte, die für jeden etwas bietet, dörfliche Gemütlichkeit und bei Bedarf moderne Fremdenzimmer, in denen man einen garantiert von Verkehrslärm freien Schlaf findet.

Nach dem Essen ein Spaziergang? Kein Problem - man lebt schließlich mitten in der grünen Natur. Direkt am Dorfrand fließt die östliche Günz, die noch in ihrem angestammten Bett fließen darf.

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach
Beeren
Bachidylle


Quellenhinweis: die historischen Angaben stammen aus der Schlegelsberger Chronik:
2006 Hermann Immerz: Schlegelsberg - Geschichte des Dorfes und seiner Bewohner
Vertrieb: Marktgemeinde Erkheim